Fast Fashion

FastFashionEs ist wieder Montag, der Read Weekly Gossip Tag,  

Also: HEY RWG!  

Ich hoffe, euch geht es allen gut und ihr habt die letzten sonnigen Tage genossen. Heute will ich mit euch über ein Thema reden, welches wir hier im Blog noch gar nicht besprochen haben. Nämlich das Thema “Fast Fashion”.   

Ich denke, dieser Begriff sagt euch allen etwas. Fast Fashion spielt nämlich, vielleicht auch eher unbewusst, eine große Rolle in unserem alltäglichen Leben.  Denn wer kann bitte von sich behaupten, dass er noch nie Klamotten bei H&M, Primark oder C&A gekauft hat? Für uns Europäer ganz gewöhnliche Modemarken, die überall zu finden sind - einige davon selbst hier in Neuwied.  Auch online gibt es diverse Stores, wie Temu, Trendyol, Wish, Aliexpress usw.
Doch was hinter diesen Marken eigentlich steckt und wie Fast Fashion genau funktioniert, will ich euch heute in diesem Artikel erklären.  

Um es knapp zu fassen:  


Fast Fashion lässt sich als ein Geschäftsmodell bezeichnen, welches die Kollektionen sehr schnell, immer trendorientiert und ziemlich günstig produziert. Und das ist genau der Grund, was die zahlreichen Kunden anlockt: Die Unternehmen bieten jederzeit ein großes Angebot an Klamotten an, welche immer passend zur Saison und den aktuellen Trends sind. Und das Beste daran: Alles ist immer schön günstig. Ein T-Shirt kostet dort meist nie mehr als fünf Euro. Bei den Marken wie “Shein” oder “Asos” können die Preise auch nur bei zwei bis drei Euro liegen.  

Für den Kunden ist das ein super Deal. Aber man muss sich dabei einmal fragen, wie genau diese niedrigen Preise und großen Angebote möglich sind? Denn, wenn ihr eins schon gelernt haben solltet, wenn ihr auf einem Gymnasium seid, dann dieses: IM LEBEN IST (FAST) NICHTS UMSONST. Also irgendjemand muss ja die Kosten dafür tragen, dass wir die Klamotten so billig kaufen können.


Das Geheimnis liegt in der Produktion der Kleidungsstücke. Hinter jedem Unternehmen steckt eine Modedesign-Abteilung, die ständig die aktuellen Modetrends beobachtet und nachahmt. Dabei verletzen sie oft die Urheberrechte von echten Designern, die sich die Schnitte ausgedacht haben. Schlaue Designer-Köpfe stecken also schonmal nicht hinter den Fast Fashion Marken. 

Noch viel schlimmer sind allerdings die unsicheren Arbeitsbedingungen der Angestellten, die diese Kleidungsstücke dann produzieren. Diese sind nämlich viel zu langen Arbeitszeiten und viel zu niedrigen Löhnen ausgesetzt, die keineswegs existenssichernd sind. Oft handelt es sich dabei um Näher*innen aus Ländern, wie der Türkei, China oder Bangladesch, die oft keine andere Lösung sehen als dort zu arbeiten. Leider steckt auch oft Kinderarbeit hinter der Produktion dieser Klamotten.  

Das Resultat ist also eindeutig: Jegliche Menschenrechte werden nicht beachtet und die Produkte haben eine schlechte Qualität. Denn oft werden die Arbeiter*innen unter Druck gesetzt, damit sie innerhalb kürzester Zeit eine bestimmte Anzahl von Klamotten herstellen. Eine ziemliche körperliche und psychische Last.  

Und leider leiden nicht nur die Menschen unter Fast Fashion, sondern auch unsere Umwelt. Laut Studien trägt die schnelle Produktion der Klamotten erheblich zum Klimawandel bei. Und das stärker als sämtliche Schiff -und Luftfahrten weltweit zusammen. Klar, oder? Sagen wir, es geht um die Herstellung eines T-Shirts. Dann wird in Südamerika Baumwolle geerntet. Diese wird nach Indien gekarrt, wo der Rohstoff mit Chemiekalien behandelt und dann zu Stoff verarbeitet wird. Von dort wird der Baumwollstoff beispielsweise nach Korea geschifft, wo er gefärbt wird. Von dort aus geht das behandelte Produkt nach Bangladesch, wo Näher*innen stundenlang daran sitzen, ein T-shirt daraus zu nähen. Dann - bestenfalls ist es nach diesem Produktionsschritt fertig - wird es überall auf der Welt in die Läden und Online-Shops verschifft. Auch der große Mikroplastikanteil in den Ozeanen lassen sich auf Fast Fashion zurückführen, welches sich beim Waschen von den Klamotten löst und in unsere Abwässer gerät. Länder, wie China, Indien oder Bangladesch haben häufig keine strengen Umweltauflagen und die Farb- und Giftstoffe werden direkt und ungefiltert in Flüsse abgeleitet und gelangen somit ins Grundwasser und ins Meer. Klar, dafür ist die nach dorthin ausgelagerte Produktion eben auch so günstig: Man zahlt keine Umweltauflagen, zahlt keine Schutzkleidung für Arbeitnehmer und zahlt niedrige Löhne - für die in Deutschland niemand arbeiten würde.

Und genau das sind die Bedingungen, mit denen der für uns billige Preis "bezahlt" wird. Wir kaufen ein günstiges T-Shirt und andere arme Teufel bezahlen dafür mit ihrer Gesundheit und unserer Umwelt.

Gleichzeitig wird unsere Gesellschaft dazu angeregt immer mehr Produkte zu kaufen, die der Umwelt und den Menschen schaden und die wir aufgrund mangelnder Qualität direkt wieder wegschmeißen. Oder einfach, weil sie schnell "aus der Mode gekommen" sind. Nach eng ist weit in und dann wieder eng. Fast Fashion ist also mit einer der gewichtigsten Gründe, warum wir uns eine "Konsum- und Wegwerfgesellschaft" nennen können.  

Doch zum Glück kann der einzelne Konsument auch viel dazu beitragen, gegen Fast Fashion vorzugehen. Denn heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, wie man nachhaltig und menschenfreundlich Klamotten kaufen kann. Beispielsweise kann man sich im Internet informieren, welche Marken klimafreundlich produzieren. Um ein paar zu nennen: „Ragwear“ oder „Twothirds“, sind Marken die auf ihren ökologischen Fußbadruck achten und ressourcenschonend produzieren. Leider sind diese Marken oft sehr teuer, denn Qualität und gute Arbeits- und Umweltschutzbedingungen haben ihren Preis. Wie schon erwähnt: Es gibt in dieser Welt nichts umsonst!

Aber es gibt auch eine gute alternative Lösung: Second Hand Shopping.

Gerade in den Großstädten gibt es viele kleine Second Hand Läden, die gebrauchte Klamotten in einem noch guten Zustand für wenig Geld  verkaufen. Somit finden Klamotten, die eigentlich schon weggeworfen worden wären, ein zweites Zuhause. So spart man Geld und Ressourcen. Also ich kann aus Erfahrung sprechen, dass man dort eigentlich immer für jeden etwas findet.  

Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Flohmärkte in der Nähe oder das Weitergeben von Klamotten innerhalb der Familie. Ihr seht also, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Fast Fashion Marken zu umgehen. Und das weiterhin in der Zukunft zu tun ist wichtig, denn inwiefern schaffen wir es sonst, unsere Menschenrechte und unsere Umwelt zu schützen? Nehmt euch also meinen Artikel zu Herzen und achtet zukünftig mehr auf eurer Konsumverhalten.

Wir, als Konsumenten, haben eigentlich die Macht und bestimmen durch unser Kaufverhalten, wie viele weitere Klamotten hergestellt werden. Und eben auf welche Art.  

Also das war’s jetzt wieder von mir. Ich wünsche euch eine tolle Woche!  

Bis ganz bald mal wieder!  

Euer Blog 

Letzte Änderung am Montag, 01 Juli 2024 16:12
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