Darstellendes Spiel

Ridendo Corrigo Mores ...

Theater 1Und so konnte auch mein Kurs 12 ds 1 "durch Lachen" - oder besser gesagt "lachend" - die Sitten am gemeinsamen Kursabend verbessern.

Nach einer kurzen Stärkung durch ein wie auch immer (vegan oder fleischlastig) geartetes Burgerglück am Plan in Koblenz ging es zum Koblenzer Stadttheater - dem einzig erhaltenen klassizistischen Theaterbau im Mittelrhein - wo wir die Inszenierung "Maria Stuart" besuchten. 

Dort mussten die Jugendlichen zunächst lernen, dass auch eine Verspätung von "nur" 3 Minuten im Theater dazu führt, dass die Tore geschlossen bleiben und wir - trotz mehrfacher vorheriger Ermahungen zur Eile meinerseits - nicht mehr zur Werkeinführung durch die Theaterpädagogin hineingelassen wurden. "Theater ist eben nicht Kino", war somit die erste Erkenntnis des Abends, mit der wir an alte Zeiten der MSS 11 (Was ist ein performatives Ereignis?) anknüpfen konnten. Glücklicherweise war ich in der Lage, eine kurze Einführung in die Hintergründe des Dramas und die Geschichte der Tudors stante pede zu geben, und so konnten die Schülerinnen und Schüler - trotz der verpassten professionellen Werkeinführung - der - im Vergleich zum Beginn des Abends - nicht ganz so leichten Kost, die 3 Stunden lang im großen Saal auf sie einströmen würde, folgen.

Dem einen oder anderen mag auch der Burger von vorher noch schwer im Magen gelegen haben, bei den meisten meiner Schülerinnen und Schüler waren die Rückmeldungen in der Pause jedoch positiv: "Ich finde vor allem die Darstellerin der Elisabeth super! Ihre Haare, ihr Kostüm hat etwas von Star Wars und ich mag die Rolle einer starken Frau im Zentrum der Handlung", lobte Joana Buß. "Der Käfig ist total krass," stellte Melanie Jung fest. "Die Schauspieler sind natürlich super und machen einen tollen Job", fand Marlon Runkel. "Auch, wenn ich nicht immer genau verstehe, worüber sie grade sprechen."

Ja, Schillers Sprache ist nicht ganz so einfach und das doppelte Verdauen des Aufgenommenen in Magen und Kopf mag auf den einen oder anderen durchaus herausfordernd gewirkt haben. "Ich muss mich stark konzentrieren," stellte Joana Buß fest, "ich fühle mich jetzt, in der Pause, so, wie nach zwei Stunden lesen. Aber das gehört auch irgendwie zum Event dazu, finde ich. Das macht es ja auch aus."

Während ein Deutschkurs sich sicher mehr für die Sprache und Inhalte des Dramas interessiert hätte, haben wir als DS-Kurs den Luxus, uns auf die theatralen Ausdrucksträger zu konzentieren. Und davon bot die Inszenierung für unser inzwischen geschultes Auge Einiges: Die Schaffung von Atmosphäre durch Musik und Lieder, ein imaginäres Tennisspiel - das eine ganz besondere Wirkung auf den gleichzeitig geführten Dialog hatte - und die entworfenen Kostüme, die eine Mischung sowohl aus traditionell elisabethanischen mit Elementen anderer Theaterepochen als auch rein symbolischen Qualitäten bestanden - ließen hervorragend an den behandelten Unterrichtsstoff anknüpfen. Die von uns DS-Lehrerinnen und -Lehrern in der Einführungsphase der MSS 11 oft geforderte, nicht-naturalistische perspektivische Verzerrung (Schauspieler sprechen zum Publikum gerichtet, obwohl ihre Figuren eigentlich miteinander sprechen) konnte vom Kurs erstmals auf der Bühne von Profis ausgeübt beobachtet werden. Auch der Einsatz von unterschiedlichen Spielebenen kam nicht zu kurz.

Nachdem wir, bedingt durch die Corona-Pandemie, erst einmal in den letzten eineinhalb Jahren im Theater waren, und dieses eine Mal ein eher untypisches Theaterstück war, nämlich eine Inszenierung, die in weiten Teilen aus Puppenspiel bestand, das durch eine VR-Brille angeschaut wurde, erlebte der Kurs nun erstmalig die Koblenzer Kategorie Schauspiel. Und damit den großen Saal, der die Augen einiger Jugendlicher beeindruckt glänzen ließ. "Hier war ich noch nie," stellte Zarin Chowdhury begeistert fest.

So war dies ein Kursabend mit leichter (ich hatte nur Salat!), mittelschwerer und schwerer Kost - für jeden war etwas dabei und wir haben Einiges (fachlich und fachübergreifend) gelernt!

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