Warum ich mein Hobby NICHT zum Beruf mache

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also hey RWG!

Guten Morgen, liebe Leserschaft. Habt ihr Hobbys? Oder seid ihr, bitte entschuldigt die Wortwahl, hobbylos? Ich glaube es kaum. Sei es Sport treiben, Spiele spielen, Lesen oder Zeichnen – ich denke, ihr habt alle einen oder mehrere Beschäftigungen, mit denen ihr gerne eure Freizeit verbringt. Ein Hobby kann alles sein, vielleicht bevorzugt ihr eine der bereits genannten Aktivitäten, vielleicht seid ihr etwas spezieller, sammelt hübsche Steine oder beobachtet gerne Vögel. Solange ihr niemandem wehtut und Spaß dabei habt, werde ich niemanden für sein Hobby verurteilen. Persönlich habe ich einige Interessen, denen ich gerne nachgehe, würde aber sagen, dass mein „Haupthobby“ die Kunst oder genauer das Zeichnen ist.

Neues Thema: Arbeiten. Jobben. Beruf. Wir alle brauchen irgendwann unser eigenes Geld. Wir alle werden irgendwann eine Arbeitsstelle brauchen, wenn wir die (finanzielle) Freiheit haben wollen, unser Leben so zu gestalten, wie wir es wollen. Alle müssen, nur wenige wollen es wirklich, nur die allerwenigsten haben auch Spaß dabei. „Beruf“ versus „Berufung“, vielleicht habt ihr schon einmal von sowas gehört. "Berufung" bedeutet, dass man eine innere Notwendigkeit verspürt, die einen zum Handeln bewegt: In anderen Worten, man will arbeiten, man muss, aber nicht aus äußerer Notwendigkeit, sondern aus eigener Motivation. Die kann etwa aus einem moralischen Pflichtgefühl entstehen (etwa bei Ärzten, die es sich zum Ziel machen, so vielen Menschen wie möglich zu helfen oder auch häufig bei Lehrerinnen und Lehrer, die tatsächlich Freude daran empfinden, uns etwas beizubringen) oder auch ganz einfach aus der Tatsache, dass man Spaß an dem hat, was man täglich macht. Aber wie findet man einen Beruf, der einem wirklich Spaß macht?

An dieser Stelle greifen viele intuitiv auf Dinge zurück, von denen sie schon wissen, dass sie Spaß daran haben, nämlich ihre Hobbys. Das ist natürlich für einige einfacher als andere: Als Sportenthusiast könnte man Profisportler oder Trainer werden, als Steinesammler allerdings müsste man schon genauer hinschauen, vielleicht kämen Geologe oder Petrologe in Frage. Ein Gamer könnte Spiele testen oder programmieren, auch wenn ein Interesse an Videospielen nicht unbedingt voraussetzt, dass man sie auch selber herstellen kann. Egal, auf welchen Job man über sein Hobby kommt, die Idee klingt fantastisch: Jeden Tag das machen, was einem am meisten Spaß macht, und dann auch noch dafür bezahlt werden? Mega! Ist es bestimmt in vielen Fällen auch, aber nicht für mich. Ich sage euch auch, warum.

Es ist oft schwer, seinen Hobby-Beruf wirklich zu ergattern und erfolgreich auszuüben. Kommen wir auf den Profisportler zurück: Je nach Sportart ist es entweder sehr schwer, groß rauszukommen, oder überhaupt genug zu machen, um es über die Runden zu schaffen. Für mich war das aber nicht der Grund, im Gegenteil, ich bin der Meinung, man sollte es auf jeden Fall versuchen, auch wenn die Chancen nicht gut stehen. Als jemand mit kreativem Hobby kamen für mich hauptsächlich zwei Berufe in Frage: Selbstständiger Künstler im weitesten Sinne oder ein Job in der Medienbranche, etwa als Grafikdesigner. Also habe ich in der neunten Klasse ein Praktikum in Grafikdesign absolviert.

Mein Praktikum war fantastisch, die Firma, in der ich gearbeitet habe, war voller freundlicher Menschen und die Atmosphäre entspannt. Ich habe viel gelernt, dass mir bis heute von Nutzen ist, aber eines habe ich gelernt: Ich werde niemals einen künstlerischen Job hauptberuflich ausüben. Kreativ sein, vor allem auf Knopfdruck, ist anstrengend. Im Beruf arbeitet man außerdem in den meisten Fällen für jemand anderen, nicht für sich selbst. Man darf machen, was einem Spaß macht, aber oft nicht genau so, wie man es eigentlich machen will. Mir ist klar geworden, dass, wenn ich mein Hobby zum Beruf mache, ich mein Hobby in gewissem Maße verliere. Ich kann es nicht mehr in meiner Freizeit ausüben, weil es mich so sehr an meinen Job erinnert. Natürlich ist das meine ganz persönliche Erfahrung gewesen, vielleicht ist es bei euch ja anders, lässt sich in gewissem Maße genug in Arbeit und Freizeit unterteilen.

Für mich ist Zeichnen ein Hobby im wahrsten Sinne des Wortes. „Hobby“ kommt von dem englischen Wort für Steckenpferd: „hobby horse“. Das Steckenpferd trägt seinen Reiter nirgendwohin, weil es in den Händen gehalten wird, entsprechend verdient man mit seinem Hobby kein Geld und es ist dementsprechend kein Beruf. Für mich wird Hobby immer Freizeit bedeuten. Falls es bei euch anders ist, freue ich mich für euch, denn ihr könnt zwei Dinge miteinander vereinbaren, die ich nicht vereinbaren konnte. Und für die, die so sind wie ich sind, habe ich auch einen Tipp: Was macht ihr eigentlich am zweitliebsten? Es mag dumm klingen, aber für mich war die Lösung ebenso offensichtlich wie simpel. Wenn ich meine zweitliebste Beschäftigung zum Beruf mache, habe ich immer noch Spaß und kann gleichzeitig mein Hobby behalten. Deshalb habe ich jetzt vor, Informatiker statt Künstler zu werden.

So viel von mir, ich hoffe, dass ihr später alle glücklich in eurem Beruf werdet. Die Welt braucht mehr glückliche Menschen. Liebe Grüße und schöne Woche,

eure Blog-AG

Letzte Änderung am Dienstag, 22 November 2022 08:59
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