Aktuelles am RWG Neuwied

Worte des Schulleiters zur aktuellen Situation

  • 03 April 2020 |
  • geschrieben von  Helmut Zender

ZEN 400Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Eltern,

seit nunmehr drei Wochen ist nahezu weltweit nichts mehr, wie es war, niemand von uns dürfte so etwas schon einmal erlebt haben. Eine medizinische Ausnahmesituation legt das öffentliche wie private Leben lahm und stellt nicht nur unsere Geduld auf eine harte Probe.
Die Schulen wurden geschlossen, die Arbeit musste in die häusliche Umgebung verlagert werden. Das hat allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt und war in Umfang und Dauer Neuland für alle.

Ich möchte zunächst unseren Abiturientinnen und Abiturienten ein großes Lob aussprechen. Ihre Prüfungen fanden statt, nachdem nur einen Tag zuvor die Kontaktbeschränkungen auf das heute noch gültige Minimum verschärft worden waren. Die Entscheidung, das mündliche Abitur stattfinden zu lassen, war nicht unumstritten und wurde auch von Teilen des Abiturjahrgangs zu Recht kritisiert, dennoch war die Bereitschaft unseres Abschlussjahrgangs, sich der Situation konstruktiv zu stellen, zu jeder Zeit vorhanden. Prüfungskommissionen mussten kurzfristig verändert werden, Prüferinnen und Prüfer konnten nicht teilnehmen, weil ihre Anwesenheit aufgrund von Risiken nicht zu rechtfertigen war. Dennoch konnten die beiden Prüfungstage erfolgreich zu Ende geführt werden, dafür gebührt allen Beteiligten Dank. Von Seiten des Kollegiums sind hier die MSS- und Organisationsleitung unter Führung von Herrn Nink besonders zu erwähnen, aber ebenso vor allem diejenigen Lehrkräfte, die teilweise nur einen Tag vor dem Termin eine bis zu zweistellige Anzahl an Prüfungen kurzfristig übernehmen mussten.

An einen regulären Unterrichtsbetrieb in digitaler Form war natürlich nicht nur aufgrund der Kurzfristigkeit der Entscheidungen zur Schulschließung nicht zu denken. Die aktuellen Ereignisse machen einmal mehr deutlich, dass wir in puncto Digitalisierung eine Menge Aufholbedarf haben, der nicht nur die Bandbreite betrifft. Insofern stellte sich zunächst die Frage, wie die Kommunikation von Aufgaben und Erarbeitungen, Hilfestellungen, Nachfragen und Korrekturen erfolgen sollte. Hier leistete und leistet Herr Kneib in zahllosen Sonder- und Nachtschichten Herausragendes: Die von ihm entwickelte App „Scooso“, die schon eine Zeit lang im schulischen Probebetrieb war, wurde in kürzester Zeit zum Hauptkommunikationsinstrument zwischen Schüler/inne/n und Lehrkräften. Teilweise erfolgte der Dateiaustausch aber auch über Moodle oder einfach als Anhang einer Mail.
Und der Austausch war rege. Natürlich konnte weder technisch noch im Umfang am Anfang alles reibungslos verlaufen, war doch an der Schule in den ersten beiden Wochen auch das Thema „Abitur“ zu bewältigen. Dennoch gibt es neben einigen Rückmeldungen von Über- oder Unterforderung auch viel positive Resonanz. Vieles hat sich gut eingespielt, oft in engmaschiger und regelmäßiger Kommunikation der Beteiligten.

Ich persönlich finde es schade, dass durch das Ministerium Benotungen der Leistungen pauschal untersagt worden sind. Abgesehen vom späten Zeitpunkt hätte ich mir gerade am Gymnasium eine leistungsorientiertere, differenziertere und für individuelle Lösungen offenere Regelung gewünscht. So hätte man beispielsweise die Oberstufe von der Maßnahme ausnehmen oder den vielen Schülerinnen und Schülern, die sich eine Benotung der einen oder anderen eingereichten Aufgabe sogar wünschen, gerecht werden können. Dennoch hat sich die Befürchtung, die Bereitschaft der Schülerschaft könne angesichts fehlender Benotung nachlassen, nicht bewahrheitet. Der Datenverkehr in „Scooso“ ist ungebrochen hoch. Es ist schön, am RWG eine derart hohe Motivation spüren zu dürfen.
Wir wissen um die besondere Situation der Eltern in diesen Wochen. So müssen berufliche und schulische Verpflichtungen in Einklang gebracht werden, Computernutzungszeiten geteilt und organisiert werden, außerdem muss verhindert werden, dass der Familie irgendwann die Decke auf den Kopf fällt. Wenn ich z.B. höre, dass 5 Kinder mit ihren Aufgaben von 5 verschiedenen Schulen koordiniert und organisiert werden müssen, dann ist das über mehrere Wochen hinweg kaum vorstellbar. Ich habe daher die Klassenelternsprecher/innen und die Klassenleitungen um eine Evaluation der drei Wochen gebeten und auch schon eine Reihe von Antworten erhalten, die deutlich machen, dass wir an einigen Stellschrauben drehen müssen, wenn auch nach den Osterferien der reguläre Schulbetrieb noch nicht einsetzen sollte, dass aber auch Vieles unkompliziert und gut gelaufen ist. Das ist auch Ihnen, liebe Eltern, zu verdanken, Sie haben im Interesse Ihrer Kinder eine Menge möglich gemacht.

Wir wissen zurzeit nicht, wie es nach den Ferien weitergeht. Ein Treffen der Kanzlerin mit den Landesregierungen ist für den 14.04., also 5 Tage vor dem Ferienende, geplant. Selbst wenn dort dann wieder der Schulbeginn ab dem 20.04. verkündet werden sollte, wird es nicht ohne schmerzliche Einschränkungen gehen: Klassenfahrten werden in diesem Schuljahr keine mehr stattfinden, die Frage, wie wir bis zu den Sommerferien zu einem ordentlichen Jahresabschluss kommen, ist noch zu klären und ganz sicher werden uns Vorsichtsmaßnahmen noch länger begleiten.

Achten Sie bitte vor allem nach dem genannten Datum auf Veröffentlichungen auf der Schulhomepage.

Ich wünsche mir baldmöglichst wieder eine Schule voller Leben und hoffe, dass wir dann alle wieder wohlbehalten gemeinsam starten können. Ihnen und Euch wünsche ich bis dahin, dass Sie/Ihr sowohl selbst als auch Ihre und Eure Lieben von schlimmen Nachrichten verschont bleiben, dass es trotz allem schöne Ferien und Ostertage werden können. Machen wir das Beste daraus und, so abgedroschen es auch klingen mag, so richtig und gut ist es: Bleiben Sie gesund, bleibt gesund!

Helmut Zender
Schulleiter

 

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